Drei Berge am Zwischenahner Meer

Drei Berge im norddeutschen Flachland? Okay, oben an der Küste gibt es den Deich, aber Berge? Nun, auch jeder dieser Berge ist künstlich aufgeschüttet und schon einige hundert Jahre alt. Es sind die Überreste der Burg “Elmendorf”. Vor etwa 1000 Jahren wurden Burgen im Flachland gerne auf kleinen, künstlichen Hügeln, sogenannten  “Motten” gebaut. Der Name kommt aus dem Französischen und klingt vielleicht erstmal etwas merkwürdig. Es ist aber ein fest stehender Begriff für diese Art von Befestigungen.

Aus dieser Perspektive ist der Burghügel gut zu sehen

Aus dieser Perspektive ist der Burghügel gut zu sehen

Ich hatte dieses Ausflugsziel ausgesucht, um mir die Reste dieser Turmhügelburg einmal genauer anzusehen. Den Namen des Dorfes, in dem die Burg liegt, kannte ich vorher allerdings nicht. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als ich auf der Landkarte im Hotel, in dem ich untergekommen war, den Namen “Dreibergen” las. Denn das besondere an der Burg Elmendorf war, dass sie eben aus drei direkt beieinanderliegenden Motten bestand. Das erklärt dann auch den heutigen Namen.

Ich finde es immer spannend um so einen Hügel herumzuwandern und mir klarzumachen, dass mal oben drauf ein Turm stand und eine Palisade darum herum gezogen war. Bei den Türmen darf man sich nichts allzu Großartiges vorstellen. Auf vielen Motten standen einfach nur mehrgeschossige Häuser aus Holz. Steintürme waren teuer. Nicht immer lebten die Bewohner der Burg in den Türmen (was es aber auch gab). Meistens gab es daneben separate Wohn- und Wirtschaftsgebäude.

Schnell skizziert: so könnte eine Turmhügelburg einmal ausgesehen haben.

Schnell skizziert: so könnte eine Turmhügelburg einmal ausgesehen haben.

Leider habe ich schon wieder feststellen müssen, dass eine Motte als Fotomotiv eine ziemliche Katastrophe darstellt. So ein Hügel macht einfach nicht so viel her, es ist und bleibt einfach – ein Hügel. Auf den meisten davon stehen heute auch noch Bäume, so dass oft nicht einmal die Kontur des Burghügels klar erkennbar ist.

Eine Stimmung in Schwarzweiss. Lässt sich so Geschichte erahnen?

Eine Stimmung in Schwarzweiss. Lässt sich so Geschichte erahnen?

Es müssen im Mittelalter sehr viele Motten existiert haben, denn sie waren besonders beim Kleinadel als Wohnplätze sehr verbreitet. Aber erhalten sind heute nur noch wenige davon. Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie abgetragen und oft so planiert, dass sie heute nur noch mit Hilfe der Luftbildarchäologie entdeckt und sichtbar gemacht werden können.

Gibt es denn keine  archäologischen Motive, die ein bisschen mehr hermachen?

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Eine Antwort

  1. 11. Juli 2019

    […] sich noch jemand an meinen Besuch in Dreibergen? Ich erinnere mich natürlich gut. Auch daran, dass ich zur Illustration eine kleine Zeichnung […]

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