Sommer 1969 – 2019: 50 Jahre Mondlandung

Vor 50 Jahren startete eine über hundert Meter hohe Rakete mit drei Männern in den Weltraum. Vier Tage später setzte Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond. Millionen Menschen verfolgten dieses Jahrhundertereignis, das natürlich weltweit im Fernsehen übertragen wurde. Auch in Westfalen, logischerweise.

Die Ausstellung “Sommer 1969 – Westfalen im Mondfieber” im Naturkundemuseum Münster, pardon, dem LWL-Museum für Naturkunde, zeigt nun zum 50jährigen Jubiläum, wie die Mondlandung hier im Nordwesten Deutschlands wahrgenommen wurde und was für eine Wirkung sie hatte. Und die hatte sie:

Die Saturn-V-Rakete. Foto: LWL

Die Saturn-V-Rakete. Foto: LWL

Armstrongs und Aldrins Spaziergang auf dem Mond fand sich irgendwie fast überall im Alltag wieder. Alles hatte irgendetwas mit dem Mond zu tun. Fotos, Spielzeug und Kuriositäten vom Ende der 60er machen einen guten Teil der Ausstellung aus.

Die Exponate stammen nur zum Teil aus Museen. Viele sind Leihgaben von Privatleuten, die sie als Erinnerungen an die Mondlandung aufbewahrt haben. Aber auch die Wissenschaft steuert wichtige Objekte bei. Das wertvollste ist eine winzige, ja schon unscheinbare Prise Mondstaub, die neben anderen Proben aus dem All gezeigt wird. Selbstverständlich bekommt auch die Vorgeschichte der Apollo-Mission, die Entwicklung der Rakete mit ihren Ursprüngen im Raketenprojekt der Nazis, angemessen Raum.

Die kleine Ausstellung gibt neben wissenschaftlichen Informationen auch genügend unterhaltsame Ausstellungsstücke, über die man staunen und auch schmunzeln kann. In einem kurzen Gespräch mit einer Besucherin konnten übrigens sowohl Fragen über die Verschwörungstheorie zur Mondlandung, als auch alle Theorien zur Existenz Bielefelds auf einen Schlag geklärt werden.

Interessant war aber auch, dass die naheliegende Frage “Wo waren Sie bei der Mondlandung” von vielen anwesenden Zeitzeugen nicht mehr eindeutig beantwortet werden konnten.

Weltraum-Bär. Neil Armstrong hatte Vorfahren aus Westfalen.
Foto: LWL/Kainulainen

Weltraum-Bär. Neil Armstrong hatte Vorfahren aus Westfalen. Foto: LWL/Kainulainen

Übrigens hätte ich fast selbst auch etwas zur Ausstellung beisteuern können: eines der ersten Lego-Spielzeuge, das ich als Kind geschenkt bekam, war die Mondlandefähre “Eagle”. Als ich sie schließlich fertig gebaut hatte, fand sie damals ziemlich unförmig. Und das war sie auch. Das Raumschiff, mit dem die Akteure der “Perry Rhodan”-Romane auf dem Mond landeten war um einiges eleganter. Diese Science-Fiction-Geschichte wurde schon 1961 veröffentlicht. Mit dem Datum der Mondlandung hatten sich die Autoren nur um zwei Jahre verschätzt: Perry Rhodans Raumschiff setzt im Jahr 1971 auf der Oberfläche des Mondes auf. Die fiktionale Mondlandung hat besonders auch wegen der Ähnlichkeit zum realen Ereignis in der Ausstellung einen eigenen Platz bekommen. Konzipiert wurde dieser Teil von “Sommer 1969…” zusammen mit einigen großen Perry-Rhodan-Fans.

Ein Besuch im Naturkundemuseum lohnt eigentlich immer, aber jetzt ist es sowohl für Astronomie-Fans, als auch für Soziologen und Volkskundler eigentlich ein Muss.

Wer es in Münster nicht schafft, hat bis zum November 2020 Gelegenheit in verschiedenen Museen in Westfalen einen Blick auf originalen Mondstaub und Mondspielzeug aller Art zu werfen.

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